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DIE OPER
 
Mit Caligula, der neuesten Oper des 1960 in Hamburg geborenen Komponisten Detlev Glanert präsentiert Bernd Loebe die erste Uraufführung während seiner Intendanz an der Oper Frankfurt - in Koproduktion mit der Oper Köln.
 
Glanert studierte u.a. bei Hans Werner Henze und gilt als Könner vor allem des Melodisch-Gestischen und als meisterhafter Orchestrator. Seine Arbeiten spiegeln die Faszination durch die romantische Tradition wider, betrachtet von einem modernen Standpunkt aus. Zu seinen Bühnentiteln gehören u.a. Der Spiegel des großen Kaisers (UA 1995 in Mannheim), Joseph Süß (UA 1999 in Bremen) und Scherz, Satire, Ironie und tiefere Bedeutung (UA 2001 in Halle). Die Kinderoper Die drei Rätsel (UA 2003 in Halle) wurde 2004/05 in Frankfurt aufgeführt. Das Libretto zu Caligula stammt von dem 2005 mit dem Hermann-Hesse-Preis ausgezeichneten Schriftsteller Hans-Ulrich Treichel (* 1952) und geht zurück auf das gleichnamige, 1945 in Paris uraufgeführte Schauspiel von Albert Camus (1913-1960). Camus schlägt in Caligula, seinem ersten Bühnenwerk, bereits das Thema an, das ihn auch in fast allen seinen späteren Arbeiten beschäftigen wird - die Konfrontation des Menschen mit seinem als absurd erkannten Dasein und die mögliche, jedoch aussichtslose Auflehnung gegen diese Gegebenheit. Vor diesem philosophischen Hintergrund des Existentialismus wird die Entwicklung eines Herrschers gezeigt, der seine Machtfülle bis zum Äußersten auskostet, um die Menschen in ihrer Hoffnungslosigkeit den Weg zu Glück und Unsterblichkeit durch Hass zu lehren und der dabei doch an der grandiosen Inszenierung seines eigenen Todes arbeitet.
 
Zur Handlung: Caligula, römischer Kaiser und Gott, ist verschwunden. Während seine Freunde sich sorgen und der Hofstaat die Machtübernahme plant, kehrt er plötzlich vollkommen verwandelt zurück. Seine bis dahin vorbildliche Herrschaft wird zur grausamen Prüfung für sein Volk. Caligula ist auf der Suche nach dem Unmöglichen, denn so, wie die Dinge jetzt sind, scheinen sie ihm nicht gut: "Die Menschen sterben, und sie sind nicht glücklich." Auf dem Höhepunkt seiner Tyrannenherrschaft wird er schließlich vom Hofstaat und den Patriziern ermordet.
 
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